20. Oktober 2007

Main Post berichtet: Reif für den Urlaub im Kastenwagen

Erhard Behl baut Kleintransporter zu Reisemobilen um

Erhard Behl aus Altfeld, sagt, er könne seinen Kunden einen mobilen, individuellen Urlaub ermöglichen. Der 47-Jährige baut Kastenwagen zu Reisemobilen um, die alle Annehmlichkeiten größerer Wohnmobile bieten und die persönlichen Wünsche seiner Kunden berücksichtigen.

„Eigentlich beinhaltet mein Job gleich eine Vielzahl von Berufen“, sagt Behl schmunzelnd. Schreiner, Elektriker, Karosseriebauer sowie Fachmann für Sanitäranlagen und Isolierung müsse er sein, um aus einem VW-Bus, Mercedes Sprinter, Ford Transit oder einem Kleintransporter von Peugeot oder Citroën ein Reisemobil zu machen. Behl mag es zu tüfteln, planen und auszuprobieren, wie er die Wünsche seiner Kunden umsetzen kann. „Der eine möchte einen größeren Kühlschrank, dem anderen ist viel Stauraum wichtig.“ Außerdem bietet jeder Fahrzeugtyp verschiedene Voraussetzungen.

Aber Behl baut nicht nur Bett, Kochnische, Toilette und Schränke in die Kleintransporter ein. „Ich kann die Autos auch zu Büromobilen, Präsentationsfahrzeugen für Messen, Lieferfahrzeugen für Heimwerker oder Verkaufsmobilen für fahrende Händler umrüsten“, sagt der ausgebildete Caravan-Techniker. Vor knapp zwei Jahren hat er sich mit dem Unternehmen „Behl-Mobile“ selbstständig gemacht – 17 Jahre nachdem er erstmals einen Kastenwagen zum Reisemobil umgebaut hat.

Duschen im Spülbecken

„Das war damals mein Hobby. Ich habe ein Jahr lang an dem Ford Transit gearbeitet und Einzelteile für etwa 35 000 D-Mark eingebaut“, erinnert sich Behl. Als er mit Ehefrau Sonja und dem neugeborenen Sohn Felix in Urlaub fuhr, „haben wir das Baby im Spülbecken geduscht“, sagt Erhard Behl. Die Behls genossen den Komfort des rollenden eigenen Heimes und „eine Mobilität im Stadtverkehr, wie sie ein fünf Meter langes und zweieinhalb Meter breites Wohnmobil nicht bieten kann“.

Bald fragten ihn Freunde und Bekannte, ob er ihnen nicht beim Umbau ihrer Kleintransporter helfen könne. Behl konnte und wollte und baute im Laufe der Jahre einige Kastenwagen um, arbeitete aber damals noch hauptberuflich bei der Firma König & Meyer in Wertheim als Leiter der Schweißerei. „Schon öfter dachte ich damals darüber nach, ob ich mich selbstständig machen soll.“

Als er 2005 seine Arbeit verlor, fiel ihm die Entscheidung, sich selbstständig zu machen, leicht – doch der Weg dahin war schwer. „Ich musste erstmal ein, zwei Fahrzeuge herrichten, um mein Unternehmen auf Messen zu präsentieren“, erklärt Behl. „Dazu ist ein großer Investitionsvorlauf nötig.“ Mittlerweile waren Erhard Behl und seine Frau Sonja, die außerdem als Krankenschwester im Gesundheitspark Marktheidenfeld arbeitet, auf mehreren Messen, unter anderem in Karlsruhe, Nürnberg, Frankfurt und Bad Kissingen. Dabei haben Behl-Mobile schon einige Aufträge an Land gezogen.

Über 40 000 Euro

„Für einen Vertreter von Kopiergeräten habe ich ein Präsentationsmobil mit Hebebühne für die schweren Kopierer gebaut“, berichtet Behl. Doch noch läuft das etwa zwei Jahre alte Unternehmen nicht wie gewünscht. Ganz billig ist auch das Wohnmobil im Kastenwagen nicht. „Etwa 43 000 Euro muss man schon rechnen“, sagt Behl. Dafür biete er aber auch die Erfüllung der Kundenwünsche und gute Qualität. „Die Resopaloberflächen vertragen auch mal einen Rempler.“ Außerdem seien die Fahrzeuge gut motorisiert, mit einer robusten Druckwasserpumpe und einen FI-Personenschutzschalter ausgestattet, der bei Stromstärken von über 30 Milliamper den Stromkreislauf unterbricht. „All das bietet ein großes Wohnmobil nicht oder nur gegen Aufpreis“, sagt Behl.

Deshalb hofft er sein Unternehmen bald zu etablieren. „Mein Wunsch wäre, dass die Leute einen von mir umgebauten Kastenwagen sehen und wissen, ,das ist nicht von der Stange, das ist ein Behl-Mobil.“

Main Post vom 30.10.2007